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Die Berliner Mauer: So hat sie funktioniert | Geschichte
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Sie war eines der eigenartigsten Bauwerke der europäischen Geschichte.
Für über 28 Jahre riegelte sie den Westteil Berlins
von der Außenwelt hermetisch ab: die Mauer.
Wie diese innerdeutsche Grenzbefestigung genau aussah,
jetzt in diesem Video.
Wie es zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland
und der Deutschen Demokratischen Republik, der DDR, kommt,
das könnt ihr euch in zwei meiner anderen Videos ansehen.
Einfach oben auf das "I" klicken, da bekommt ihr die Videos verlinkt.
Die Deutsche Demokratische Republik, die DDR, also der Staat,
der auf dem Gebiet der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone entsteht,
hat von Beginn an ein großes Problem:
Seit dem Arbeiteraufstand im Jahr 1953 flüchten Jahr für Jahr
zwischen 200.000 und 300.000 Bürgerinnen und Bürger
von Ost nach West.
Die Hälfte dieser Flüchtenden ist noch keine 25 Jahre alt.
Also junge, qualifizierte Arbeitskräfte.
Die Führungsspitze der DDR unternimmt einen verzweifelten Versuch,
das zu beenden.
Natürlich soll kein Mensch davon erfahren.
Und so sagt der SED-Parteichef Walter Ulbricht
in einer Pressekonferenz am 15. Juni 1961
den berühmt gewordenen Satz:
Kennt ihr sicherlich, gibt's bei YouTube auch diverse Videos davon.
Eine aalglatte Lüge.
In der Nacht auf Samstag, den 13. August 1961,
errichtet die DDR die Mauer
aus Steinblöcken und Tonnen von Stacheldraht.
Danach werden hölzerne Wachtürme
für die bewaffneten Grenzsoldaten aufgestellt.
Schwere Betonblöcke sollen verhindern,
dass Fahrzeuge durchbrechen können.
Auf der Seite zur Stadt Ostberlin steht ein einfacher Maschendrahtzaun.
Es gelingen noch ein paar spektakuläre Fluchten,
aber West-Berlin ist im Großen und Ganzen abgeriegelt.
Berlin ist ja eine geteilte Stadt
und der Mauerbau ist eine Provokation gegenüber den Westalliierten:
den USA, Großbritannien und Frankreich.
Aber zunächst ist es niemandem verboten,
sein eigenes Volk einzusperren.
Und zum anderen hat keiner der beiden Seiten ein Interesse daran,
deshalb einen Krieg anzufangen.
Die Mauer in Berlin
ist der letzte Lückenschluss der innerdeutschen Grenze.
Schon seit den 1950er Jahren werden Grenzanlagen aufgebaut,
um die Massenflucht von DDR-Bürgern in die Bundesrepublik zu unterbinden.
Der Mauerbau ist also das Ende der hermetischen Abriegelung
und nicht der Beginn.
Zwischen den deutschen Staaten
verläuft ein bis zu 5 km breiter Grenzstreifen.
Die DDR spricht von einem antifaschistischen Schutzwall,
einer Verteidigungsanlage der DDR und des Ostblocks
gegen den kapitalistischen Westen.
Die Berliner Mauer ist das spektakulärste Stück.
Im negativen Sinne natürlich.
Es bleibt nämlich nicht bei der einfachen Anlage,
die ich vorher geschrieben habe.
Bis 1968 werden zwei neue Genera- tionen der Mauer fertiggestellt.
Das Bollwerk entwickelt sich fort.
Der Blick der DDR-Bürger wird nun durch einen Betonzaun abgeschirmt.
Dahinter stehen Signalzäune,
die bei jeder Berührung sofort Alarm auslösen.
Es folgen Nagelbetten, die Autoreifen zerstechen sollen.
Stolperdrähte und Laufanlagen für die Wachhunde.
Die Wachtürme sind nun aus Beton.
Immer weiter wird die Mauer ausgebaut.
Wobei: Was heißt ausgebaut?
Aufgerüstet ist der richtige Ausdruck.
Der sogenannte Todesstreifen.
Selbstschussanlagen feuern automatisch auf alles,
was sich bewegt, Minen sind im Boden vergraben.
Die Wachen haben Befehl, auf Flüchtende zu schießen.
Ich nehme euch mal mit auf einen Fluchtversuch.
Wenn man von Ostberlin aus in den Westen der Stadt fliehen will,
muss man erst einmal eine normale Mauer überwinden.
Sie schirmt den Todesstreifen von der Stadt ab.
Wir klettern über diese Mauer.
Und schon liegen die Nagelbetten vor uns.
Dann kommt der Signalzaun,
also ein Zaun, der mit elektrischen Signaldrähten versehen war,
die bei einer Unterbrechung einen Alarm auslösen.
Als nächstes müssen wir über elektrisierte Stolperdrähte steigen.
Dann folgt eine Hundelaufanlage, hier laufen Wachhunde hin und her.
Wenn wir das geschafft haben, stehen wir unter den Türmen.
Vor uns der taghell erleuchtete Todesstreifen.
Auf dem sandigen, geharkten Gelände
sind unsere Fußabdrücke gut zu erkennen.
Selbst wenn wir ungesehen darüber kommen,
und selbst wenn kein Wachtposten unsere Fußstapfen entdeckt,
müssen wir einen Graben überwinden und Panzersperren.
Wären wir mit einem Auto durchgebrochen,
wäre spätestens hier Schluss.
Und jetzt liegt die eigentliche Mauer vor uns.
Vier Meter hoch, glatt und obenauf eine Krone aus Betonzylindern.
Wer drüber klettern will, findet keinen Halt.
Die Mauer, das ist also eine 100 Meter breite Grenzanlage,
keine einfache Mauer, es ist eine riesige Gefängnismauer.
Im Jahr 1974 wird die Mauer perfektioniert.
Statt der vier Meter hohen Mauer
werden nun riesige L-förmige Beton-Elemente aufgestellt.
Jedes Teil wiegt drei Tonnen.
Selbst, wenn man es mit einem Lkw bis dahin schafft,
kann der Durchbruch nicht gelingen.
Das Betonelement kippt dann nämlich und hebt die Reifen in die Luft.
Die Westberliner Seite der Mauer wird angemalt mit Abertausenden Graffitis.
Im Osten plant man derweil die fünfte Mauergeneration.
Sie soll harmlos erscheinen, ja sogar schön.
Die Mauer 2000, war wirklich der Plan,
soll ein Hightech-Hindernis sein.
Infrarotkameras, Laser, Mikrowellen, Bewegungsmelder,
auf beiden Seiten sollen Hecken gebaut werden,
damit das mörderische Teil dahinter verschwindet.
Wie viele Menschen an der innerdeutschen Grenze sterben,
ist nicht ganz genau geklärt. Man kann aber davon ausgehen,
dass umgerechnet in diesen 28 Jahren, die die Mauer besteht,
jeden Monat zwei Menschen sterben.
Zum Niedergang der DDR
führte auch die Forderung der Menschen nach Reisefreiheit.
Massendemonstrationen erhöhten den Druck auf die DDR-Regierung,
die Mauer endlich zu öffnen.
Am 9.November 1989 war es dann so weit
und die ersten Grenzübergänge wurden geöffnet.
Zwar versuchte die DDR-Führung zunächst noch immer,
den Übertritt zu kontrollieren.
Aber die Kettenreaktionen waren nicht mehr aufzuhalten.
Die Mauer fiel.
Teilweise im wahrsten Sinne des Wortes,
denn sie wurde niedergemäht.
Seit dem 1.Juli 1990
wird die innerdeutsche Grenze nicht mehr bewacht.
Da hat der Abbruch bereits begonnen.
Heute stehen übrigens Teile, einzelne Betonsegmente dieser Mauer,
in der ganzen Welt.
Sie erinnern an eines der absurdesten Bauwerke der Geschichte.
An eine Mauer, die ein ganzes Volk einsperrte.
Ja, das war's in aller Kürze mit der Berliner Mauer.
Aber natürlich steht diese Mauer auch als Symbol für etwas,
nämlich als Symbol für die Teilung Deutschlands.
Wenn ihr euch für diese deutsch- deutsche Geschichte interessiert,
schaut euch hier auf dem Kanal um.
Da gibt es nämlich noch jede Menge anderer Videos rund um dieses Thema.
Und auch zu vielen anderen geschichtlichen Themen generell.
Wenn ihr Fragen habt dazu, gerne damit in die Kommentare.
Ansonsten sag ich vielen Dank fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.
Untertitel: ARD Text im Auftrag von funk (2019)
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. Sie war eines der eigenartigsten Bauwerke der europäischen Geschichte. Für über 28 Jahre riegelte sie den Westteil Berlins von der Außenwelt hermetisch ab: die Mauer. Wie diese innerdeutsche Grenzbefestigung genau aussah, jetzt in diesem Video. Wie es zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik, der DDR, kommt, das könnt ihr euch in zwei meiner anderen Videos ansehen. Einfach oben auf das "I" klicken, da bekommt ihr die Videos verlinkt. Die Deutsche Demokratische Republik, die DDR, also der Staat, der auf dem Gebiet der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone entsteht, hat von Beginn an ein großes Problem: Seit dem Arbeiteraufstand im Jahr 1953 flüchten Jahr für Jahr zwischen 200.000 und 300.000 Bürgerinnen und Bürger von Ost nach West. Die Hälfte dieser Flüchtenden ist noch keine 25 Jahre alt. Also junge, qualifizierte Arbeitskräfte. Die Führungsspitze der DDR unternimmt einen verzweifelten Versuch, das zu beenden. Natürlich soll kein Mensch davon erfahren. Und so sagt der SED-Parteichef Walter Ulbricht in einer Pressekonferenz am 15. Juni 1961 den berühmt gewordenen Satz: Kennt ihr sicherlich, gibt's bei YouTube auch diverse Videos davon. Eine aalglatte Lüge. In der Nacht auf Samstag, den 13. August 1961, errichtet die DDR die Mauer aus Steinblöcken und Tonnen von Stacheldraht. Danach werden hölzerne Wachtürme für die bewaffneten Grenzsoldaten aufgestellt. Schwere Betonblöcke sollen verhindern, dass Fahrzeuge durchbrechen können. Auf der Seite zur Stadt Ostberlin steht ein einfacher Maschendrahtzaun. Es gelingen noch ein paar spektakuläre Fluchten, aber West-Berlin ist im Großen und Ganzen abgeriegelt. Berlin ist ja eine geteilte Stadt und der Mauerbau ist eine Provokation gegenüber den Westalliierten: den USA, Großbritannien und Frankreich. Aber zunächst ist es niemandem verboten, sein eigenes Volk einzusperren. Und zum anderen hat keiner der beiden Seiten ein Interesse daran, deshalb einen Krieg anzufangen. Die Mauer in Berlin ist der letzte Lückenschluss der innerdeutschen Grenze. Schon seit den 1950er Jahren werden Grenzanlagen aufgebaut, um die Massenflucht von DDR-Bürgern in die Bundesrepublik zu unterbinden. Der Mauerbau ist also das Ende der hermetischen Abriegelung und nicht der Beginn. Zwischen den deutschen Staaten verläuft ein bis zu 5 km breiter Grenzstreifen. Die DDR spricht von einem antifaschistischen Schutzwall, einer Verteidigungsanlage der DDR und des Ostblocks gegen den kapitalistischen Westen. Die Berliner Mauer ist das spektakulärste Stück. Im negativen Sinne natürlich. Es bleibt nämlich nicht bei der einfachen Anlage, die ich vorher geschrieben habe. Bis 1968 werden zwei neue Genera- tionen der Mauer fertiggestellt. Das Bollwerk entwickelt sich fort. Der Blick der DDR-Bürger wird nun durch einen Betonzaun abgeschirmt. Dahinter stehen Signalzäune, die bei jeder Berührung sofort Alarm auslösen. Es folgen Nagelbetten, die Autoreifen zerstechen sollen. Stolperdrähte und Laufanlagen für die Wachhunde. Die Wachtürme sind nun aus Beton. Immer weiter wird die Mauer ausgebaut. Wobei: Was heißt ausgebaut? Aufgerüstet ist der richtige Ausdruck. Der sogenannte Todesstreifen. Selbstschussanlagen feuern automatisch auf alles, was sich bewegt, Minen sind im Boden vergraben. Die Wachen haben Befehl, auf Flüchtende zu schießen. Ich nehme euch mal mit auf einen Fluchtversuch. Wenn man von Ostberlin aus in den Westen der Stadt fliehen will, muss man erst einmal eine normale Mauer überwinden. Sie schirmt den Todesstreifen von der Stadt ab. Wir klettern über diese Mauer. Und schon liegen die Nagelbetten vor uns. Dann kommt der Signalzaun, also ein Zaun, der mit elektrischen Signaldrähten versehen war, die bei einer Unterbrechung einen Alarm auslösen. Als nächstes müssen wir über elektrisierte Stolperdrähte steigen. Dann folgt eine Hundelaufanlage, hier laufen Wachhunde hin und her. Wenn wir das geschafft haben, stehen wir unter den Türmen. Vor uns der taghell erleuchtete Todesstreifen. Auf dem sandigen, geharkten Gelände sind unsere Fußabdrücke gut zu erkennen. Selbst wenn wir ungesehen darüber kommen, und selbst wenn kein Wachtposten unsere Fußstapfen entdeckt, müssen wir einen Graben überwinden und Panzersperren. Wären wir mit einem Auto durchgebrochen, wäre spätestens hier Schluss. Und jetzt liegt die eigentliche Mauer vor uns. Vier Meter hoch, glatt und obenauf eine Krone aus Betonzylindern. Wer drüber klettern will, findet keinen Halt. Die Mauer, das ist also eine 100 Meter breite Grenzanlage, keine einfache Mauer, es ist eine riesige Gefängnismauer. Im Jahr 1974 wird die Mauer perfektioniert. Statt der vier Meter hohen Mauer werden nun riesige L-förmige Beton-Elemente aufgestellt. Jedes Teil wiegt drei Tonnen. Selbst, wenn man es mit einem Lkw bis dahin schafft, kann der Durchbruch nicht gelingen. Das Betonelement kippt dann nämlich und hebt die Reifen in die Luft. Die Westberliner Seite der Mauer wird angemalt mit Abertausenden Graffitis. Im Osten plant man derweil die fünfte Mauergeneration. Sie soll harmlos erscheinen, ja sogar schön. Die Mauer 2000, war wirklich der Plan, soll ein Hightech-Hindernis sein. Infrarotkameras, Laser, Mikrowellen, Bewegungsmelder, auf beiden Seiten sollen Hecken gebaut werden, damit das mörderische Teil dahinter verschwindet. Wie viele Menschen an der innerdeutschen Grenze sterben, ist nicht ganz genau geklärt. Man kann aber davon ausgehen, dass umgerechnet in diesen 28 Jahren, die die Mauer besteht, jeden Monat zwei Menschen sterben. Zum Niedergang der DDR führte auch die Forderung der Menschen nach Reisefreiheit. Massendemonstrationen erhöhten den Druck auf die DDR-Regierung, die Mauer endlich zu öffnen. Am 9.November 1989 war es dann so weit und die ersten Grenzübergänge wurden geöffnet. Zwar versuchte die DDR-Führung zunächst noch immer, den Übertritt zu kontrollieren. Aber die Kettenreaktionen waren nicht mehr aufzuhalten. Die Mauer fiel. Teilweise im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie wurde niedergemäht. Seit dem 1.Juli 1990 wird die innerdeutsche Grenze nicht mehr bewacht. Da hat der Abbruch bereits begonnen. Heute stehen übrigens Teile, einzelne Betonsegmente dieser Mauer, in der ganzen Welt. Sie erinnern an eines der absurdesten Bauwerke der Geschichte. An eine Mauer, die ein ganzes Volk einsperrte. Ja, das war's in aller Kürze mit der Berliner Mauer. Aber natürlich steht diese Mauer auch als Symbol für etwas, nämlich als Symbol für die Teilung Deutschlands. Wenn ihr euch für diese deutsch- deutsche Geschichte interessiert, schaut euch hier auf dem Kanal um. Da gibt es nämlich noch jede Menge anderer Videos rund um dieses Thema. Und auch zu vielen anderen geschichtlichen Themen generell. Wenn ihr Fragen habt dazu, gerne damit in die Kommentare. Ansonsten sag ich vielen Dank fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal. Untertitel: ARD Text im Auftrag von funk (2019)
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